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Pfarre Haag
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Diözese Sankt Pölten
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Inhalt:
Die Geschichte des Kreuzweges:
 
In Jerusalem gingen seit dem Mittelalter Pilger den Leidensweg Jesu Christi zum Berg Golgota nach. Dabei hielt man anfangs nur an zwei Stationen inne: Beim Haus des Pilatus und auf Golgota. Nach und nach entstanden weitere Stationen, an denen der biblischen und der durch die Tradition überlieferten Ereignisse auf diesem Weg gedacht wurde. Die Verehrung des Leidensweges Jesu wurde durch die Heilig-Land-Pilger in ihre Heimatländer gebracht und insbesondere durch die Franziskaner gefördert. Als Bestandteil der Ausstattung von Kirchenräumen entstand der vierzehnteilige Kreuzwegzyklus gegen Ende des 17. Jahrhunderts, die Anzahl der 14 Stationen wurde im Jahr 1731 durch Papst Clemens XI. offiziell festgelegt.
 
Für die Pfarrkirche Haag ist unter Pfarrer Veit Daniel Götz die Anschaffung eines Kreuzweges für das Jahr 1717 belegt. Die von P. Hueber im Barockstil gemalten Bilder hatten die beeindruckenden Maße von 184 x 134 cm.
 
15 Jahre später führte Dechant Johann Höllrigl unter der Leitung des Konservators der "K. k. Centeral-Commisiion für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale", Prof. Hermann von Riewel, eineumfassende Regotisierung des Kirchengebäudes durch. Die Barockbilder wurden als nicht mehr dem Kunstgeschmack der Zeit entsprechend aus der Kirche entfernt. Einige dieser Bilder existieren noch heute und befinden sich in Privatbesitz.
 
Dechant Hölligl ließ 1893 vom Tiroler Künstler Anton Dichtl (geb. 1852 in Virgen/Osttirol) einen sehr detailreich gearbeiteten Reliefkreuzweg aus Holz anfertigen. Dieser wurde am 1. Fastensonntag, den 19. Gebruar 1893 durch Pater Superior Paulinus Grander aus dem Franziskanerkloster Enns geweiht. Die Kosten von 1.890 Gulden (ca. 35.000 €) trug die Familie Eder. Dichtl war ausgebildeter Altarbauer, Bildhauer und Absolvent der Münchner Kunstakademie. Mit Josef Andergassen betrieb er in Hall in Tirol eine bekannte Altarbau-Werkstätte, aus der zahlreiche Kunstwerke der Neugotik stammen (u.a. der Hochaltar der Pfarrkirche St. Pantaleon/NÖ, der Herz-Jesu und der Herz-Mariä-Altar im Bozner Dom, und der Hochaltar der Pfarrkirche St. Nikolaus in Innsbruck). 1895 trat Dichtl als Laienbruder in das Stift Stams ein, wo er 1935 als Frater Josef verstarb.
 
Als 1969/70 die Pfarrkirche unter Pfarrer eopold Etlinger renoviert wurde, gal die Neugotik, eiem heute nicht mehr nachvollziehbaren Trend der damaligen Zeit geschuldet, als wenig wertvoll. Der Kreuzweg von 1893 wurde mit den anderen Einrichttungsgegenständen entfernt. Der oberösterreichsiche Bildhauer Peter Hans Dimmel (geb. 1928) schuf für die Pfarrkirche in den Jahren 1970 bis 1973 ein neues Kreuzwegrelief aus Bronze, welches das Leiden Jesu weniger mit den Augen, als vielmehr mit den Händen "begreifbar" machen will. Seit dem späten 20. Jahrhundert erfreuen sich die Kunstwerke der Neugotik allgemein wieder einer entsprechenden Wertschätzung und amn geht daran, historische Ausstattungen wiederherzustellen.
 
2013 initiierte die Perlhaubengruppe die Restaurierung des neugotischen Kreuzweges. Nach Votum im Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenrat konnte diese nun, 2026, durch den Restaurator Johann Pröll abgeschlossen werden.
 
Der Kreuzweg von Dimmel bleibt erhalten und wird außen an der Rückseite der Kirche angebracht. Hier ist er jederzeit zugänglich.
 
Unabhängig von jeder künstlerischen Ausgestaltung bleibt festzuhalten:
Wer den Kreuzweg betet, geht mit Jesus den Leidensweg. Die Kreuzwegbilder bringen in Berührung mit jenem Gott, der die Menschen auf ihrem Leidensweg begleitet und tröstet. Der Weg des Leidens - und niemand bleibt im Leben davon verschont - führt nicht in den Abgrund, sondern in gottes Nähe und zur Erlösung.
"Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst."
 
Quellen: Memorabilienbuch der Pfarre Haag, Virger Zeitung Nr. 90, S.64-65, Wikipedia-Artikel: Josef Andergassen, Historischer Währungsrechner der Österr. Nationalbibliothek
 
Florian Losbichler


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